Schullandheimaufenthalt der 3. Klasse vom 2.07.-6.07.2012 in der Schaippachsmühle

"Wikinger auf Raubzug im fernen Ritterland"

 

1.    Tag: Wir richten unser Lager im fernen Ritterland her

            und rüsten uns aus

 

 

 

Am Montag, den 2. Juli wurden wir um 8.30 Uhr von Busfahrer Franz am Busparkplatz in Heigenbrücken abgeholt. Wir sangen zum Abschied ein Lied und sogar die erste Klasse war gekommen, um uns mit allen Ehren in die Ferne zu schicken.

Als wir im Schullandheim in Schaippach ankamen, haben wir unsere Koffer aus dem Bus geholt und erst mal in den Gang gestellt und uns in den Gemeinschaftsraum gesetzt. Nachdem Frau Flügel, die Chefin des Hauses, die auch einen Naschladen besitzt, uns begrüßt hatte, durften die Mädchen als erste ihre Zimmer besichtigen, die Koffer auspacken und die Betten überziehen. Danach gab es Gulasch mit Reis als Mittagessen.

Anschließend haben wir runde Bretter für die Schilde und Holzgriffe für die Schwerter glatt geschmirgelt. Nun haben wir die Hintergrundfarben auf die Bretter gemalt. Während die Schilde trockneten, stellten wir unsere Schwerter her. Als diese fertig waren, malten wir Figuren und Symbole auf die Schilde. Sie sahen toll aus! Dann bastelte unsere Wikingersippe die Helme für den Kampf. Jetzt gab es Abendessen.

Danach gingen wir noch mal in den Garten und Jochen, der Runenmeister, schraubte die Griffe an die fertigen Schilde. Zum Abschluss und zum Schutz wurden diese noch mit Sprühlack überzogen.

Später bestimmten wir unsere Familienclans und jede Gruppe musste sich einen Namen geben und einen Wahlspruch erfinden. Zwischendurch weinten Lara-Sofie und Lara-Marie abwechselnd. So um 9.00 Uhr setzten wir uns in einen Ting-Kreis und besprachen, ob nun Kinder nach Hause gehen. Schließlich wurden spät am Abend vier Mädchen von ihren Eltern abgeholt. Welch ein Drama! So um 12.00 Uhr sind wir dann endlich eingeschlafen.

 

PS: Zum Glück für unsere Sippe kamen alle Heimfahrer wieder!

 

 (Helena, Nina, Maja, Giulia)

 

 

 

2.  Tag: Wir leben im Alltag der Wikinger

 

Am Morgen haben wir um 8 Uhr gefrühstückt. Gleich danach bekamen wir Zimmernoten, die leider nicht so toll ausfielen. Aber das sollte sich noch ändern!

Anschließend haben wir den ganzen Tag an verschiedenen Stationen gearbeitet. Zum Beispiel haben wir Bänder gewebt, Glücksbringer mit Bernsteinen gebastelt, Broschen hergestellt, Ledersäckchen genäht, Äpfel gedörrt, Wildkräuter gesammelt (aus denen wir zum Abendessen Eieromelettes gebacken haben), Holz gehackt oder Steine bemalt und so weiter. Wir haben auch gelernt, das Rufhorn zu blasen: Dü, dü!

Zwischendurch haben wir um 12 Uhr Mittag gegessen. Es gab Pfannkuchen mit Apfelmus.

In der Mittagspause haben wir das Floß ausprobiert und viele mutige Wikinger und Wikingerinnen haben sich getraut über den Fluss Sinn zu fahren. Ein neuen Lied gelernt haben wir auch. Es hieß „Wer will mit uns nach Grönland fahren“. Außerdem gab es am Nachmittag auch Unterricht im Schwertkampf und einige haben sich ein Hnefatafl-Spiel gebastelt.

Nach dem Abendessen haben wir Briefe nach Hause geschrieben und einige haben geweint und das Weinen hat fast jeden angesteckt. Frau Geyer hatte auch wirkende Heimwehtropfen dabei. Die haben nach dem Briefe-Schreiben vier oder fünf weinerliche Schüler genommen und gleich ging es ihnen besser. Zur Ablenkung haben wir danach das schwierige Kendama, das knifflige Shogi und das schöne Hnefatafl gespielt oder alle möglichen Jongliersachen ausprobiert. Dann gingen wir in unsere flauschigen Betten.

 

(Tonia und Silya)

 

 

3. Tag: Wir überfallen eine Burg und rauben einen Schatz

 

Nach dem Frühstück und den Zimmernoten, die schon etwas besser ausfielen, trafen wir uns an unserem Ting-Platz und wurden vereidigt. Wir versprachen unserem Jarl Treue und Tapferkeit und noch vieles mehr für unseren bevorstehenden Raubzug. Nachdem wir unsere Rucksäcke gepackt hatten, ging es los.

Am Anfang überquerten wir mit Sack und Pack und Schild und Schwert den gefährlichen Fluss mit unserem Drachenschiff, dem Floß. Als wir den Fluss überquert hatten, wanderten wir durch den Wald und erledigten dabei viele Aufgaben. Zum Beispiel: Anschleichtraining, Fragen beantworten, ein Lied schmettern, sich im Wald vor nahenden Rittern verstecken, Verletzte transportieren, Runen nach dem Gelingen unseres Raubzuges befragen, den Göttern opfern auch mit einem Tieropfer, eine Feuerprobe bestehen, barfüßig laufen und so weiter. Einmal mussten wir uns in der flachen Sinn verstecken und dabei ist Elias’ Schuh weggeschwommen. Frau Dittmann ist ihm nachgelaufen und bis zum Bauch nass geworden! Später haben wir mit einem Stab getestet, wie schnell jemand reagiert. Von dieser Stelle des Weges sah man schon in der Ferne die Burg Rieneck, die wir überfallen wollten. Im Dorf Rieneck sind wir zu den Häusern gegangen und haben mit unseren Handelswaren gehandelt.

Die Burg stand auf einem steilen Berg und ein Späherteam ist voran-gelaufen, um zu prüfen, ob die Luft rein ist. Gleich danach sind wir mit Gebrüll auf die Burg und über den Burghof gestürmt und haben im dicken Turm den Schatz erobert. Dort drin war es stockdunkel und wir mussten Kerzen anzünden, dass wir was gesehen haben. Nina Schilk hat den Schatz in einer tiefen Fensternische gefunden! Wir haben uns riesig gefreut und gebrüllt, aber wir mussten die Burg schnell mit unserem Schatz verlassen, bevor die abwesenden Ritter heimkehrten. Nun haben wir abwechselnd den Schatz nach Hause getragen. Er war ziemlich schwer. Auf dem Heimweg sind Leute auf Pferden (Fahrrädern) vorbeigeritten, die wir mit Gold aus dem Schatz bestochen haben, dass sie den Rittern der Burg nicht verraten, dass wir auf dem Weg nach Schaippach gesehen worden sind. Jeder hatte Hunger und Durst. Manche hatten so viel Durst, dass sie schon fast nicht mehr laufen konnten, aber keiner hat darüber oder über Blasen gejammert, sondern ist tapfer -manche sogar barfüßig- bis nach Hause gelaufen.

Als wir endlich dort waren, stürmten wir in den Speisesaal und aßen Spagetti. Dabei hatte jeder einen Blick auf den Schatz, denn wir waren sehr stolz auf ihn. Der Raubzug hatte Spaß gemacht!

 

(Lavinia und Samuel)

 

 

3. Tag, Abend: Wir lagern am Feuer und bewachen unseren Schatz

 

Nach dem Abendessen gingen wir mutig zum Feuerplatz und bauten unsere großen Zelte auf. Danach machten wir eine lange Besprechung, wie wir uns und unseren Schatz während der Nacht bewachen und beschützen könnten, falls doch die Ritter der Burg Rieneck herausfänden, wo wir lagern. Außerdem grillten wir am heißen Lagerfeuer Stockbrot, tranken Met und sangen Wikingerlieder. Der Jarl hatte uns zeltweise eingeteilt, den Schatz zu bewachen. Die Mädchengruppen waren zuerst dran. Der Schatz stand von drei Fackeln umgeben, dass wir ihn gut sehen konnten. Jetzt gingen ein paar Kinder ins Bett und ein paar Nachtwachen und andere Kinder haben weiterhin Stockbrot am Lagerfeuer gegrillt. Auf einmal hörten wir unheimliche Geräusche, die nur von den Rittern stammen konnten. Da kamen alle Wikinger schnell wieder aus ihren Zelten und wir bewaffneten uns mit Schild und Schwert, aber wir fanden nichts. Außerdem war Marcel schlecht, aber er hielt sich ausgesprochen tapfer. Nach einiger Zeit gingen wir wieder ins Bett. Die Nachtwachen drehten ein zweites Mal ihre Runde. Giulia sah auf einmal einen Kopf und alle erschraken. Jetzt ging es los! Alle, absolut alle, wollten es nun wissen! Dreiviertel der Klasse ging einen Trampelpfad entlang, Elias als Erster vorneweg, der sich sicher war, dass die Ritter diesen niedergetrampelt hatten. Zum Glück war der Rest der Sippe beim Schatz geblieben, denn als wir ganz schön weit weg waren, griffen die Ritter mit Gebrüll an. Lavinia hat laut geschrieen und ist weggerannt und sofort rannten alle zurück und hauten, wen sie von den Angreifern erwischen konnten. Die Ritter wurden richtig schön verkloppt. Dann warfen wir alle auf einen Haufen auf den Boden. Nun forderten wir Lösegeld, aber sie hatten nichts. Nun wollten wir sie als Sklaven haben, aber da schrieen sie um Gnade und die Mehrheit entschied, dass wir sie verschonen, nachdem sie das Versprechen gegeben hatten uns den Schatz zu lassen, und - weil es unsere Väter waren!

Anschließend saßen wir noch am Feuer zusammen, tranken Met aus unserem Trinkhorn und machten sie so zu unseren Freunden.


(Tim, Thomas, Marcel und Lukas)

 

 

4. Tag: Wir treten bei Wikingerwettkämpfen gegeneinander an

 

Am nächsten Morgen krabbelten wir mühsam bei Getrommel und dem Ruf des Horns aus den Zelten. Dann gingen wir müde Frühstücken und machten uns anschließend frisch und fertig für den Tag. Nach den super-tollen Zimmernoten arbeiteten wir wieder an den Wikinger-stationen vom Dienstag weiter, da es nun draußen ganz schön heftig regnete. Zum Beispiel schrieben wir Runen auf eine Pergamentrolle, prägten Wikingermünzen auf Papier oder buken Lebkuchen, die erste Tablette der Wikinger. Viele Mädchen wurden vom Webfieber befallen und viele Jungen vom Hnefatafl-Fieber. Einige bauten auch zusammen ein Drachenschiff, was sehr lange dauerte. Der Küchendienst deckte den Tisch und wir aßen hungrig Pommes und Schnitzel. Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen und so konnten wir nach der Mittagspause die Zelte abbauen und endlich unsere Wikingerwettkämpfe für Ruhm und Ehre starten!

In verschiedenen Disziplinen mussten die Familienclans der Sippe der Spessartwölfe gegeneinander antreten. Zum Beispiel Armdrücken am Boden liegend mit eingeseiften Händen, Blinzelduell, Wetttrinken von einem Liter Wasser (Tim und Thomas benötigten nur 36 Sekunden!), Huckepackwettrennen und auf einem Stein stehend Tau ziehen. Den ersten Platz errang hier die Gruppe von Elias. Als letztes sollten alle zeigen, dass sie Schmerzen aushalten können. Wir mussten die Arme in Schulterhöhe halten, was sehr anstrengend ist. Fünf Kinder haben es

25 Minuten ausgehalten. Es waren Elias, Lukas, Marcel, Silya und auch Maja und Helena haben dies fast geschafft. Zum Glück mussten wir in dieser Minute aufhören, weil es Abendessen gab. Dieses haben nun manche mit Schmerzen, aber stolz auf ihr Durchhaltevermögen, gegessen.

Nach der Brotzeit trafen wir uns fein herausgeputzt in unseren festlichen Gewändern am Ting-Platz. Wir tranken leckeren Met aus dem Trinkhorn und wurden vom Jarl geehrt. Jeder bekam eine Urkunde und eine Runenkette. Endlich haben wir glücklich den Schatz verteilt: Waffen, Gold und leckere Nahrung ! Anschließend feierten wir noch fast bis Mitternacht ein Mittsommernachtsfest mit Gesang, Tanz und vielen Leckereien (Samuel: Ein Menü mit 18 Gängen!)!

 

(Philipp, Elias, Henri)

 

 

5. Tag: Wir packen und reisen in die Heimat

 

Wir mussten an diesem Tag um 7 Uhr aufstehen und eine Weile Koffer packen. Dann sind wir zum Frühstück gegangen. Frau Geyer machte einen Kontrollgang durch die leeren Zimmer und fand noch eine ganze Menge: Zum Beispiel Socken, ein Betttuch, ein Unterhemd, eine Unterhose, Stifte und so weiter. Danach ist Franz, der Busfahrer, gekommen. Nun haben wir immer zu zweit die Koffer runter getragen und in den Bus geladen. Anschließend verabschiedeten wir uns von Frau Flügel mit einem Wikingerlied und sind losgefahren.

Im Bus hat uns Frau Geyer interviewt, was uns am besten gefallen hat und was am schrecklichsten war.

Wir haben „Heja, heja“ gesungen und bemerkten, dass uns Odins Raben, Hugin und Munin, während der ganzen Heimfahrt gefolgt sind.

Am Busparkplatz erwarteten uns freudestrahlend unsere Eltern. Manche Wikinger haben sich sehr und manche weniger gefreut, nach dieser ereignisreichen Woche wieder zuhause zu sein!

 

(Nina, Lara-Marie, Denis)

 

Sieg der Wikingersippe
Die Sippe der Spessartwölfe nach erfolgreichem Raubzug!